Birnen

Birnen sind besonders bei Kindern beliebt, da sie meist süß und saftig sind. Doch auch Erwachsene sollten sich diese Frucht nicht entgehen lassen. Denn in ihr stecken jede Menge Wirkstoffe, die bei Diabetes, Blutdruck und sogar einem Heliobacter pylori Befall unterstützend wirken können.

Was sind Birnen?

Birnen (Pyrus) gehören zur Familie der Rosengewächse und darunter zu der Gattung der Kernobstgewächse. Genau wie bei Äpfel und Quitten, besitzt die Frucht ein fünfkammeriges Kerngehäuse mit dunklen Kernen. Die äußere Form ist birnenförmig und bei einigen Sorten auch fast rund.

Ursprünglich stammt die Frucht aus Asien und dem Kaukasus, hat sich jedoch seit dem Mittelalter über ganz Europa verbreitet. Insgesamt gibt es schätzungsweise um die 5.000 Birnensorten. Grob unterschieden wird in Tafelbirnen, Kochbirnen und Mostbirnen. Während Kochbirnen und Mostbirnen roh nicht schmecken und daher für Kompott oder Most Verwendung finden, sind Tafelbirnen ideal für den Rohverzehr.

Eine der bekanntesten Tafelbirnen ist die Sorte Williams Christ. Ihre Erntezeit beginnt Ende August bis Anfang September. Die Frucht ist goldgelb, gepunktet und sehr süß. Andere Birnensorten wie die Gute Luise (gelbgrün bis braunrote Früchte) sind Anfang September bis Anfang Oktober erntereif, bis hin zu einigen Sorten wie z.B. Alexander Lucas (grüne, gepunktete, etwas gedrungene Früchte), die bis Ende Oktober hinein geerntet werden.

Nährstoffe der Birne

Eine Birne besteht etwa zu 83,4 Prozent aus Wasser. Gut 12,4 Prozent machen Kohlehydrate aus, die Hälfte davon Fruchtzucker. Die Ballaststoffe betragen 2,8 Prozent und der Protein- und Fettgehalt beträgt ein halbes, beziehungsweise 0,3 Prozent.

Die durchschnittlich enthaltenen Vitamine pro 100 g sind:

  • Vitamin A (3 µg)
  • Vitamin B1 (0,033 mg)
  • Vitamin B2 (0,038 mg)
  • Niacin (Vitamin B3) (0,22 mg)
  • Pantothensäure (Vitamin B5) (0,062 mg)
  • Folsäure (Vitamin B9) (14 µg)
  • Vitamin B6 (0,015 mg)
  • Vitamin C (4,6 mg)
  • Vitamin E (0,34 mg)

Die durchschnittlich enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente pro 100 g sind:

  • Calcium (7 mg)
  • Magnesium ( 9 mg)
  • Kalium (125 mg)
  • Chlorid (2 mg)
  • Natrium (2 mg)
  • Phosphor (15 mg)
  • Schwefel (5 mg)
  • Eisen (0,26 mg)
  • Zink (0,23 mg)
  • Mangan (50 µg)
  • Kupfer (90 µg)
  • Fluorid (12 µg)
  • Jodid (1 µg)

Birnen als Heil- und Nahrungsmittel

Besonders für Personen, die viel Flüssigkeit aufnehmen müssen, sind Birnen aufgrund des hohen Wassergehalts als kleine Zwischenmahlzeit ideal. Zudem sind sie reich an Phosphor und Kalium und wirken somit entschlackend und entwässernd. Interessant sind auch die in den Früchten enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe. So konnte in einer Studie gezeigt werden, dass zumindest bestimmte Birnensorten im frühen Stadium einer Typ2 Diabetes, gegen Bluthochdruck und gegen Heliobacter pylori helfen können. Bei folgenden Erkrankungen können Birnen unterstützend wirken:

  • Nieren- und Blasenprobleme

Durch den hohen Anteil an Kalium und dessen entwässernde Wirkung, wirken Birnen unterstützend bei Nieren- und Blasenproblemen. Zusätzlich kann sich das Kalium positiv auf einen erhöhten Blutdruck auswirken.

  • Darmreinigender Effekt

Eine Birne enthält bereits etwa 18 Prozent der empfohlenen Menge an Ballaststoffen. Ein Großteil der Ballaststoffe wird aus einem unlöslichen Polysaccharid gebildet. Dieses wirkt darmreinigend und gleichzeitig als Füllstoff. Durch die kürzere Verweildauer der Nahrung im Darm wird ihr weniger Wasser entzogen und so gleichzeitig Verstopfungen vorgebeugt. Bei Durchfall sollten Birnen daher auch eher gemieden werden.

  • Birnen gegen Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck

In einer Studie wurden die Birnensorten Bartlett und Starkrimson verwendet und auf ihr Potential zur Behandlung von Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck untersucht. Für beide Erkrankungen konnten positive Ergebnisse gezeigt werden. Enthaltene Polyphenole wirkten sich auf die Aktivität von Enzymen des Zuckerstoffwechsels aus. Die Forscher gehen davon aus, dass Birnen helfen können den Blutzuckerspiegel besser zu kontrollieren und Arzneimittel für frühe Stadien des Diabetes des Typs 2 zu ergänzen, beziehungsweise eine verringerte Dosierung erforderlich zu machen. Bei Bluthochdruck soll die Wirkung über einen ähnlichen Mechanismus funktionieren wie bei ACE-Hemmern.

  • Heliobacter pylori mit fermentiertem Birnensaft bekämpfen

In derselben Studie wurde ebenso nachgewiesen, dass fermentierter Birnensaft einen negativen Effekt auf das Wachstum von Heliobacter pylori  aufweist. Da dieses Bakterium mit der Entstehung von Magengeschwüren in Verbindung gebracht wird, könnte fermentierter Birnensaft zukünftig angewendet werden, um einen Heliobacter-Befall zu reduzieren oder gar zu eliminieren. Schon die Fermentierungsdauer von 42 und 72 Stunden zeigte den gewünschten Effekt.

Kauf und Zubereitung

Da viele der Wirkstoffe in und direkt unter der Schale sitzen, sollten Biofrüchte verwendet werden. So kann die Frucht bedenkenlos komplett verzehrt werden. Da das Obst auch in unseren Breitengraden wächst, sollte auch auf regionale Ware geachtete werden. Damit wird meist gewährleistet, dass das Obst im reifen Zustand geerntet wurde und noch frisch ist. Die Lagerfähigkeit beträgt nach Sorte und Lagerungsbedingungen zwei bis vier Monate

In der Zubereitung kann die Birne recht vielseitig eingesetzt werden. Roh in verschiedenen Desserts oder im Salat, gekocht als Kompott oder Marmelade. Ebenso als Saft oder in Kuchen oder Muffins lassen sich Birnen gut verwerten.

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