Warum Paranüsse bei Hashimoto helfen können

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, bei der nach und nach Drüsengewebe zerstört wird und somit auf Dauer die Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Anfangs können durch Fehlregulation der Schilddrüse auch Symptome einer Überfunktion auftreten. Die Erkrankung gehört mit zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen.

Wie kommt es zu Hashimoto?

Die Veranlagung ist vererbt, jedoch liegt es mit an den äußeren Umständen, ob die Erkrankung auch ausbricht. Stress oder Entzündungsherde im Körper können den Ausbruch forcieren. Aber auch ein Mangel oder ein Überschuss an bestimmten Nährstoffe zeigen einen Effekt auf die Schilddrüsenfunktion.

So wirkt sich z. B. ein Mangel des Spurenelements Selen nachteilig auf Hashimoto-Thyreoiditis aus. Eine Selengabe zeigt in solchen Fällen eine schützende Wirkung und eine verminderte Produktion an Schilddrüsen-Antikörpern.

Im Gegensatz dazu gibt es starke Hinweise, dass eine  hohe Dosis an Jod eine Hashimoto-Thyreoiditis auslösen kann. Diese kann durch die Einnahme jodhaltiger Medikamente, bei einem jodhaltigen Kontrastmittel oder dem Verzehr von jodreichen Meeresalgen eintreten

Warum benötigt die Schilddrüse Jod und Selen?

Neben dem Calcitonin synthetisiert die Schilddrüse zwei sehr ähnliche Hormone, die als typische Schilddrüsenhormone gelten:

  • Trijodthyronin (T3) und
  • Tetrajodthyronin (T4 oder Tyroxin)

Beide Hormone leiten sich von der Aminosäure Tyrosin ab und enthalten drei Jodatome (T3) beziehungsweise vier Jodatome (T4). Jod wird somit benötigt, da es Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist.

Die empfohlene Jodzufuhr für Erwachsene liegt bei 200µg. Die Aufnahme erfolgt unter anderem über Fisch, Milch und Jodsalz. Eine Aufnahme von 500 µg pro Tag über einen längeren Zeitraum soll bereits die Wahrscheinlichkeit für Hashimoto erhöhen.

Das Selen hingegen ist Bestandteil eines Enzyms, welches zu Synthese des Schilddrüsenhormons benötigt wird. Es ist ein wichtiger Cofaktor der Glutathionperoxidase. Dieses wird benötigt, um entstehendes Wasserstoffperoxid, das bei der Umwandlung von T4 ins aktivere T3 entsteht, zu neutralisieren. In höheren Mengen wirkt Wasserstoffperoxid toxisch auf die Zelle. Selen dient somit als Zellschutz und gilt als entzündungshemmend.

Für eine physiologische Funktion der Schilddrüse werden jedoch noch weitere Vitalstoffe benötigt. Dazu gehören Zink, Magnesium, Vitamin D3 und Eisen. Durch eine gesunde Ernährung und Lebensweise kann einer Erkrankung somit entgegengewirkt werden.

Welche Ernährung ist empfehlenswert?

Da es sich bei Hashimoto um eine chronische Entzündung handelt, sollten entzündungsfördernde Stoffe gemieden werden. Gleichzeitig tritt Hashimoto drei- bis viermal häufiger bei Frauen auf als bei Männern, was auf eine Beteiligung der weiblichen Hormone hinweist. So wurde eine Korrelation zwischen Hashimoto und einem hohen Östrogen-Spiegel sowie einem Progesteron-Mangel festgestellt. Pflanzliche Produkte wie Soja, die eine östrogenähnliche Wirkung aufweisen, sollten daher generell mit Vorsicht genossen werden.

Außerdem können Schwermetalle und Pestizide das hormonelle Gleichgewicht stören und sollten im direkten Kontakt und durch die Aufnahme über die Nahrung gemieden werden. Am meisten Schwermetalle sind in rotem Fleisch und fettigem Fisch (Aal, Thunfisch, Hering) enthalten. Zu meiden sind auch Alkohol und Tabak.

Obst und Gemüse, vor allem die, die reich an Phenolsäuren sind, sollten bevorzugt werden. Dazu gehören unter anderem Äpfel, Beeren, Kirschen, Trauben und Kohlarten.

Paranüsse: Die größte natürliche Selenquelle

Eine besondere Bedeutung kommt den Paranüssen zu. Diese weisen mit bis zu 1900 µg pro 100 g  einen sehr hohen Selengehalt auf. Da Selen die Symptome einer Hashimoto Erkrankung verbessert und die Schilddrüsenantikörper um etwa 40 Prozent senken, sind die Nüsse für Erkrankte besonders interessant.

In einer Studie aus Neuseeland reichten bereits zwei Paranüsse täglich aus, um denselben Effekt auf die Anhebung des Selenspiegels zu zeigen, wie die Gabe von Selenmethionin. Der Tagesbedarf an Selen liegt laut DGE bei 60-70 µg/Tag. Somit reichen bereits 3,5 g Nüsse zu dessen Deckung auf. Zudem enthalten Paranüsse unter anderem Zink, welches sich zusätzlich günstig auf Entzündungsprozesse auswirkt.

Einige Ärzte empfehlen bei Hashimoto eine Selensubstitution in höheren Dosen (200-300 µg täglich), was mittels etwa 15 g Nüssen umsetzbar wäre. Zuviel aufgenommenes Selen wird dabei über den Urin wieder ausgeschieden. Bei Langzeiteinnahme von Selen in höheren Dosen (200 µg) über mehrere Jahre besteht möglicherweise ein erhöhtes Diabetesrisiko. Ein Zuviel an Selen macht sich durch Magendarmbeschwerden, Reizbarkeit, Nagelveränderungen und Nervenirritationen bemerkbar. Bevor eine Selensubstitution erfolgt, sollte daher zunächst der Selen-Spiegel im Blut kontrolliert werden.

 

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